Bauberufsrecht

Novelle des Bauberufsrechts: Erleichterungen für Architekten und Ingenieure im Land

Die Landesregierung will das Berufsrecht der Architekten und Ingenieure in Baden-Württemberg modernisieren. Mehrere entsprechende gesetzliche Änderungen hat das Landeskabinett auf seiner jüngsten Sitzung am Dienstag zur Anhörung freigegeben.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Prüfingenieurin und zwei Prüfingenieure begutachten einen Plan auf einer Baustelle

Die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi MdL, sagte: „Mit unserem Gesetzentwurf möchten wir das Bauberufsrecht einer Frischzellenkur unterziehen. Wir schaffen Erleichterungen und Flexibilität für die Architekten und Ingenieure und verschlanken das Bauberufsrecht, in dem wir Schriftform-Erfordernisse abbauen. Damit tragen wir aktiv zum Bürokratieabbau bei und beschleunigen die Verfahren.“

Das Gesetzesvorhaben dient der zeitgemäßen Fortschreibung des Berufsrechts der Architekten und Ingenieure in Baden-Württemberg. Es werden insbesondere bundesrechtliche und europarechtliche Vorgaben umgesetzt, die den Berufsangehörigen eine höhere Flexibilität ermöglichen. Hierdurch bleibt der Berufsstand attraktiv. Geändert werden das Architektengesetz, das Ingenieurkammergesetz, das Ingenieurgesetz und die Architekten-Eintragungsverordnung.

Die wichtigsten Änderungen:

  • Ein Schwerpunkt der Gesetzesänderung liegt darin, den Architekten und Ingenieuren mehr Gesellschaftsformen zur Verfügung zu stellen und den interdisziplinären Zusammenschluss zu fördern. Das Land ermöglicht so diesen beiden Berufsgruppen eine echte Flexibilität, damit passgenaue Lösungen gefunden werden.
  • Durch die Novelle werden Personengesellschaften in der Form der offenen Handelsgesellschaft und der Kommanditgesellschaft zugelassen.
  • Weiterhin wird der Kreis der zulässigen Beteiligten an diesen Gesellschaften erweitert. So werden mehr Möglichkeiten für interdisziplinäre Zusammenschlüsse geschaffen. Es wird zum Beispiel auch juristischen Personen und rechtsfähigen Personengesellschaften die Möglichkeit der Beteiligung eingeräumt.
  • Bei den Architekten entfällt die bisherige Eintragung der Tätigkeitsart in die Architektenliste. So werden flexiblere Arbeitsformen ermöglicht und der Berufsstand bleibt attraktiv und familienfreundlich.
  • Die Bezeichnung des „freien Architekten“ bleibt bestehen.
  • Die Bezeichnung des „Architekt im Praktikum“ wird zur Förderung der Internationalisierung des Berufsstands und zum Vorbeugen von Missverständnissen durch die Bezeichnung „Junior-Architekt“ ersetzt.
  • Es werden formale Aspekte im Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Architekten modernisiert. (Eine entsprechende Änderung für die Ingenieure wird derzeit bereits in einem anderen Gesetzgebungsverfahren umgesetzt.) Dies baut Bürokratie ab und entlastet die Antragsteller.

Weitere Meldungen

Grünstreifen neben Parkplätzen
Flächenmanagement

Neue Prämien: Entsiegelung von Flächen und Flächenmanager

Baustelle, Blick von unten an einem roten Kran hoch
Wohnraumoffensive

Bau-Turbo: Land unterstützt die Kommunen

Kirche und Häuser aus Bauklötzen
Innovationspreis

Wie Kirchen Wohnraum schaffen: Preis für zehn Projekte

GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang
SAPOS

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Ministerin Nicole Razavi MdL mit Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, am Rande des Plenums
Baurecht

Ministerin Razavi: „Ein Gesetz für die Landesverteidigung“

Ministerin Nicole Razavi MdL
Bauberufsrecht

„Mit dieser Novelle verbessern wir das Architekten- und Ingenieurrecht.“

Bad Herrenberg
Städtebau

270,63 Millionen Euro für 319 Städtebaumaßnahmen

Von links: Michael Schopp (LGL), Amtschef des MLW Dr. Christian Schneider, LGL-Präsident Dieter Ziesel, Martina Ott (LGL) und Stephan Bludovsky (LGL) stellen die App "BW mobil" auf der CMT vor.
Geodaten

Mit amtlichen Karten mobil unterwegs: Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Zimmermann auf Dach
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Sonnenstube in Sexau
Städtebauförderung

Städtebaumaßnahme „Ortskern“ in Sexau erfolgreich abgeschlossen

Bauarbeiter kontrolliert Mauerwerk mit Wasserwaage
Strategiedialog

Clever Bauen BW: Land sucht und fördert Modellprojekte

Stahlträger
Wiederverwendung

Land fördert die Wiederverwendung von Bauteilen

Ministerialdirektor Dr. Christian Schneider beim Erfahrungsaustausch Gestaltungsbeirat
Baukultur

Erfahrungsaustausch Gestaltungsbeirat in Ludwigsburg

Forum Raumentwicklung
Raumentwicklung

Forum Raumentwicklung