Flächenmanagement

Programm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“: Land fördert 23 Maßnahmen

Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen fördert im Rahmen des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ in diesem Jahr zwei neue Kommunale Flächenmanager und 21 Projekte mit rund 978.000 Euro.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet Heidelberg-Leimen

Das gab Andrea Lindlohr MdL, Staatssekretärin im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, heute in Stuttgart bekannt.

„In den Innenbereichen unserer Städte und Gemeinden schlummern viele ungenutzte Potenziale für Wohnen und Gewerbe. Diese wollen wir möglichst schnell aktivieren. Jeder wiedergenutzte Leerstand, jede effizient genutzte Brachfläche bringt mehr Leben in unsere Innenstädte, steigert die Aufenthaltsqualität und macht unsere Quartiere und Zentren attraktiver“, sagte Staatssekretärin Lindlohr. 

In diesem Jahr lag ein besonderes Augenmerk auf der Weiterentwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen. „Viele unserer Gewerbegebiete befinden sich im Umbruch. Das stellt unsere Kommunen vor große Herausforderungen, bietet aber auch wertvolle Chancen, ganze Stadtteile neu zu denken und gewinnbringend weiterzuentwickeln“, so Lindlohr. 

Neue Flächenmanager beim Zweckverband Heidelberg-Leimen und in Heiligenberg

Zuschüsse für die Einstellung einer kommunalen Flächenmanagerin oder eines kommunalen Flächenmanagers gehen in diesem Jahr an den Zweckverband Heidelberg-Leimen für die weitere Entwicklung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebiets Heidelberg-Leimen (Economy Park) sowie an die Gemeinde Heiligenberg, die sich schwerpunktmäßig um die Aktivierung leerstehender Wohnhäuser für junge Familien und um altersgerechtes Wohnen kümmern möchte.

Planungswettbewerbe für städtebauliche Qualität 

Das Spektrum der eingereichten Projekte ist vielfältig. Dabei haben gleich mehrere Kommunen Zuschüsse für die Durchführung von städtebaulichen Wettbewerben, Investorenauswahlverfahren oder Mehrfachbeauftragungen beantragt. So kann ein wichtiger konzeptioneller Grundstein für eine qualitätsvolle städtebauliche Entwicklung gelegt werden. Die Stadt Achern beispielsweise möchte mit Hilfe eines städtebaulichen Wettbewerbs und eines Investorenauswahlverfahrens ein Konzept zur Nachnutzung des ehemaligen Klinikareals entwickeln. In Emmendingen soll der versiegelte Parkplatz „Festplatz“ mit Hilfe eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs zu einem gemischt genutzten grünen Quartier entwickelt werden. 

Aufwertung von Gewerbe- und Industriegebieten

Die Aufwertung und effizientere Nutzung bestehender Gewerbegebiete haben sich unter anderem Sindelfingen und Tannheim vorgenommen. In Sindelfingen geht es dabei um die Transformation eines großen, über die Jahre sehr heterogen gewachsenen Gewerbeareals. In Tannheim wird eine Machbarkeitsstudie zur Analyse und Aktivierung aller innerörtlicher Gewerbestandorte der Gemeinde erstellt. Der Regionalverband Ostwürttemberg beabsichtigt die Durchführung einer strategischen Gewerbeflächenstudie für die gesamte Region: Diese befindet sich durch technologische Entwicklungen und die geopolitische Lage derzeit in einem wirtschaftlichen Strukturwandel. Die Studie soll belastbare Entscheidungsgrundlagen für eine nachhaltige und robuste Regionalentwicklung schaffen.

Mehr Wohnraum durch Umnutzung und Nachverdichtung

Die meisten Projekte befassen sich mit der Aktivierung vorhandener Flächenpotenziale für Wohnen oder gemischte Nutzungen – beispielsweise in Bad Mergentheim, Ebersbach an der Fils und Wendlingen am Neckar.

Bei allen Maßnahmen spielt die frühzeitige Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in den Prozess eine wesentliche Rolle. Das schafft Bewusstsein und Akzeptanz für einen effizienten Umgang mit dem Gut Fläche und für die Vorteile gut durchdachter Innenentwicklung. Staatssekretärin Lindlohr: „Innenentwicklung ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich.“

Das sind die geförderten Maßnahmen 2025

Gesamtsumme: 977.918,00 Euro

Hintergrund: „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“

Das Programm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ fördert nicht-investive Maßnahmen der Innenentwicklung. Mögliche Fördergegenstände sind der Einsatz kommunaler Flächenmanagerinnen und Flächenmanager sowie die Erarbeitung innovativer Konzepte und städtebaulicher Entwürfe, Projekte zur Information und Bürgerbeteiligung und Maßnahmen, die der Sensibilisierung in Bezug auf Themen der Innenentwicklung dienen. Ziel ist es, bestehende Leerstände und innerörtliche Flächen – wie Baulücken, Brachflächen sowie Aufstockungs- und Nachverdichtungspotenziale – zu aktivieren. Gleichzeitig sollen Impulse gesetzt werden, um die Bestandsstruktur zu verbessern und die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Das Förderprogramm richtet sich an alle Städte, Gemeinden, Verwaltungsgemeinschaften, Landkreise, Zweckverbände und die Träger der Regionalplanung in Baden-Württemberg. Es wurde in den vergangenen Jahren grundlegend überarbeitet und weiterentwickelt. Insbesondere wurde die Förderung kommunaler Flächenmanager durch eine Anhebung der maximalen Förderhöhe auf 120.000 Euro und eine Ausweitung des Förderzeitraums auf drei Jahre gestärkt. Andere Maßnahmen der Innenentwicklung können für eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren und mit maximal 100.000 Euro gefördert werden. Die Zuwendung erfolgt in der Regel im Wege der Anteilsfinanzierung, mit bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben.

Seit der Einführung des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ im Jahr 2009 wurden fast 500 Projekte mit rund 14,8 Millionen Euro gefördert. Seitdem 2016 die Förderung des kommunalen Flächenmanagements ins Programm aufgenommen wurde, konnten 38 Flächenmanagerinnen und Flächenmanager gefördert werden.

Weitere Meldungen

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Ministerin Nicole Razavi MdL mit Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, am Rande des Plenums
Baurecht

Ministerin Razavi: „Ein Gesetz für die Landesverteidigung“

Ministerin Nicole Razavi MdL
Bauberufsrecht

„Mit dieser Novelle verbessern wir das Architekten- und Ingenieurrecht.“

Bad Herrenberg
Städtebau

270,63 Millionen Euro für 319 Städtebaumaßnahmen

Von links: Michael Schopp (LGL), Amtschef des MLW Dr. Christian Schneider, LGL-Präsident Dieter Ziesel, Martina Ott (LGL) und Stephan Bludovsky (LGL) stellen die App "BW mobil" auf der CMT vor.
Geodaten

Mit amtlichen Karten mobil unterwegs: Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Zimmermann auf Dach
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Sonnenstube in Sexau
Städtebauförderung

Städtebaumaßnahme „Ortskern“ in Sexau erfolgreich abgeschlossen

Bauarbeiter kontrolliert Mauerwerk mit Wasserwaage
Strategiedialog

Clever Bauen BW: Land sucht und fördert Modellprojekte

Stahlträger
Wiederverwendung

Land fördert die Wiederverwendung von Bauteilen

Ministerialdirektor Dr. Christian Schneider beim Erfahrungsaustausch Gestaltungsbeirat
Baukultur

Erfahrungsaustausch Gestaltungsbeirat in Ludwigsburg

Forum Raumentwicklung
Raumentwicklung

Forum Raumentwicklung

Mietpreisschilder auf einem Stadtbild
Mietpreisbremse

Mietpreisbremse wird um ein Jahr verlängert

Jet der Bundeswehr auf Landebahn
Landesverteidigung

Kabinett beschließt Bau-Turbo für die Bundeswehr

Bocksteinhöhle im Lonetal
UNESCO-Welterbe

Land fördert Welterbestätten mit rund 540.000 Euro

Staatspreis Baukultur 2024: Anerkennung in der Kategorie Mischnutzung, Alte Brauerei Mannheim
Baukultur

Land fördert Gestaltungsbeiräte in sechs Kommunen