Wohnraumoffensive

„Potentiale aktivieren“: Land unterstützt drei beispielgebende Wohnprojekte in Nordrach, Ofterdingen und Tübingen

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Gruppenfoto von Neustart Tübingen

Im Rahmen der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg und deren Baustein „Innovativ Wohnen BW“ unterstützt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen drei weitere Projekte in Nordrach, Ofterdingen und Tübingen. Das gab die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Nicole Razavi MdL, heute (18. Dezember) in Stuttgart bekannt.

Die drei beispielgebenden Projekte zeichnen sich durch kreative und zugleich alltagstaugliche Ansätze aus, um bezahlbares Wohnen und klimafreundliches Bauen und Sanieren zusammenzubringen. Insgesamt drei Millionen Euro Förderung stellt das Land für ihre Umsetzung bereit.

Ministerin Razavi sagte: „Das Motto des diesjährigen Projektaufrufs lautete ‚Potenziale aktivieren‘. Darauf haben die drei Projekte äußerst spannende und vielversprechende Antworten gefunden. Auf genau diesen Einfallsreichtum setzen wir: Die Projekte bringen neue, ganzheitliche Ideen ans Tageslicht, um mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Mit unserer Patenschaft Innovativ Wohnen BW bieten wir ihnen zugleich Startrampe und Treibstoff. Die ausgewählten Projekte werden finanziell unterstützt, fachlich begleitet und landesweit vernetzt. So wollen wir auch andere inspirieren und Mut zur Nachahmung machen.“

Von nachhaltigem Bauen bis soziale Nachbarschaft – die drei Projekte

Die drei Projekte in Nordrach (Ortenaukreis), Ofterdingen (Landkreis Tübingen) und Tübingen wurden in einem zweistufigen Auswahlverfahren von einem Fachgremium ausgewählt und zur Förderung vorgeschlagen. Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen begrüßt die Empfehlung des Gremiums und hat die Vorhaben als förderfähig eingestuft:

  • In Nordrach plant ein Architekt und Bauherr ein Wohnhaus mit drei Wohnungen in ökologisch-nachhaltiger Bauweise. Der minimale Einsatz von Stahlbeton, die Zusammenlegbarkeit von Wohnungen, eine PV-Anlage und Bauteile aus regionalem Holz, Lehm und Stroh sind hier zu einem ganzheitlichen Konzept vereint. Der Bauherr hat eine innovative Deckenkonstruktion mit reduziertem Holzverbrauch entwickelt: Die Bauteile sind bereits experimentell erprobt und sollen nun weiterentwickelt und skalierbar gemacht werden. So entsteht ein Beispiel, wie zukünftig einfach, regional, ressourcen- und kostensparend gebaut werden kann.
  • Die Baugemeinschaft „Goldener Ochse“ will in Ofterdingen das leerstehende und denkmalgeschützte ehemalige Gasthaus durch Umbau und Sanierung wieder nutzbar zu machen. Geplant sind 11 Wohnungen mit reduzierter Fläche. Das Schmuckstück, die historische Gaststube, soll als Gemeinschaftsfläche gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung genutzt werden. Beim Umbau kommen auch recycelte Baustoffe einer abgängigen Scheune auf dem Grundstück zum Einsatz. Das Konzept beinhaltet zudem Gewinnung und Betrieb mit erneuerbarer Energie sowie einen intelligenten Regenwasserspeicher. Mit Eigeninitiative und -leistung werden die Potentiale einer verbreiteten Gebäudetypologie im Bestand aktiviert.
  • Die solidarisch leben + wohnen eG will mit dem Projekt „Neustart Tübingen“ innerhalb des Modellquartiers zwischen dem französischen Viertel und dem Quartier „Drei-Höfe“ Wohnraum für 400 Menschen schaffen. Wohnen und Infrastruktur sollen dabei als Gemeingüter betrachtet werden. Soziales Ziel ist ein dauerhaft bezahlbares Wohnen auf Lebenszeit. Vielfalt soll mit verschiedenen Wohnformen und Wohntypologien, gezielter Belegungssteuerung, sozialer Infrastruktur und Gewerbe geschaffen werden. Ökologisches Bauen, Flächensparen und Beteiligungsmöglichkeiten stehen ebenfalls im Fokus. Damit soll eine sozial-ökologische Nachbarschaft gefördert werden.

Im nächsten Schritt sollen mit den Projektträgern Gespräche geführt und gemeinsam der mögliche Förderrahmen konkretisiert werden. Sobald die mögliche Förderhöhe feststeht, können die Projektträger passgenau ihren Förderantrag stellen.

Gute Resonanz auf den Projektaufruf

Der Projektaufruf war im April 2023 auf gute Resonanz gestoßen: 31 Bewerbungen aus allen Landesteilen sind eingegangen. Antragsberechtigt waren sowohl Kommunen und städtische Wohnungsbaugesellschaften, als auch Genossenschaften, Vereine oder private Bauherren. „Wir brauchen alle Akteure, um mehr bezahlbaren und zukunftsgerechten Wohnraum zu schaffen. Jede Wohnung zählt, und auch jede gute Idee, um mehr Wohnraum zu schaffen, zählt“, so Ministerin Razavi.

Vierte Fördertranche

Die drei Projekte wurden im Rahmen der vierten Fördertranche von „Innovativ Wohnen BW – Beispielgebende Projekte“ ausgewählt. In der ersten Fördertranche wurden Ende 2019 drei beispielgebende Projekte ausgewählt, in der zweiten Tranche Ende 2020 sechs Projekte und in der dritten Tranche im September 2022 fünf Projekte. Sie umfassen sehr unterschiedliche umsetzungsorientierte, teils auch experimentelle Ansätze baulicher und konzeptioneller Art. Allen gemeinsam ist der beispielgebende Ansatz im Feld des gemeinschaftlich orientierten und bezahlbaren Wohnens und der innovative Umgang mit Zukunftsthemen wie zum Beispiel der resilienten Stadt oder neuen Wohntypologien. Für die ersten drei Fördertranchen hat das Land je fünf Millionen Euro bereitgestellt. Eine Liste aller beispielgebenden Projekte gibt es unter folgendem Link.

Hintergrund: Wohnraumoffensive BW

Mit der Wohnraumoffensive BW setzt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen neue Impulse für mehr bezahlbaren und sozial gemischten Wohnraum im Land. Die Wohnraumoffensive unterstützt die Städte und Gemeinden bei einer aktiven Bodenpolitik und fördert innovatives Planen und Bauen. Die drei Säulen sind der Grundstücksfonds BW, das Kompetenzzentrum Wohnen BW sowie die Patenschaft Innovativ Wohnen BW.

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