Flächenmanagement

Land fördert zwanzig Maßnahmen der Innenentwicklung mit rund 941.000 Euro

Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen fördert im Rahmen des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ in diesem Jahr neunzehn Projekte sowie einen neuen Flächenmanager mit rund 941.000 Euro.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Stuttgart Neckarpark

Das gab Staatssekretärin Andrea Lindlohr MdL heute in Stuttgart bekannt. In diesem Jahr lag ein besonderes Augenmerk der Ausschreibung darauf, dass die Projekte zügig umsetzbar sind. „Wir wollen, dass Flächen für Wohnen und Gewerbe im Innenbereich schnell und effizient genutzt werden können. Die Konzepte sollen rasch Früchte tragen“, so Staatssekretärin Lindlohr: „Gerade in der mehrfachen Nutzung von Flächen sehen wir einen Schlüssel, um die Stadt- und Ortskerne zu beleben. Gleichzeitig schonen wir so den Außenbereich und damit die Natur und unsere Landwirtschaft. Gewinner sind Mensch und Umwelt. Besonders freue ich mich, dass bestehende Industrie- und Gewerbeflächen nun stärker in den Fokus rücken. Dort schlummern viele Entwicklungsmöglichkeiten für bereits bestehende Unternehmen und Zukunftsbranchen.“

Neuer Flächenmanager in Pfullingen, Aufwertung von Gewerbegebieten in Neckartailfingen, Offenburg und Rottenburg am Neckar

Die Aufwertung und effizientere Nutzung bestehender Gewerbegebiete haben sich insgesamt vier Kommunen vorgenommen – jede mit einer anderen Herangehensweise. Die Stadt Pfullingen beispielsweise möchte einen kommunalen Flächenmanager einstellen, der sich sämtlicher örtlicher Gewerbegebiete annimmt. Hauptaufgabe eines solchen Kümmerer ist es, verschiedene lokale Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen und dadurch praktikable Lösungen für die Innenentwicklung zu finden. Auch die Gemeinde Neckartailfingen und die Städte Offenburg und Rottenburg am Neckar planen ihre Gewerbeflächen attraktiv und flächensparend weiterzuentwickeln und erhalten für ihre entsprechenden Projekte einen Zuschuss.

Wohnraum schaffen durch Nachverdichtung, Um- und Mehrfachnutzung

Weitere Maßnahmen beschäftigen sich mit der Wohnraumschaffung durch Nachverdichtung im Bestand – zum Beispiel in Bad Urach, Rietheim-Weilheim, Sindelfingen, Schluchsee und Überlingen. Gefördert werden etwa die Untersuchung von Möglichkeiten zur Gebäudeaufstockung oder die Entwicklung von Nutzungskonzepten für Brachen, untergenutzte Flächen oder Gebäude. Indem Wohnraum mit weiteren Nutzungen zusammengedacht wird, können im bestehenden Siedlungsgefüge lebendige Quartiere entstehen, mit denen sich Bewohner und Nutzer gleichermaßen identifizieren. In Albstadt, Bad Waldsee, Freiburg und Ostfildern sollen effiziente Nutzungskonzepte für Flächen und Gebäude in bereits heute gemischten Quartieren entwickelt werden. Dabei sollen bestimmte Nutzungen so im Stadtraum gebündelt werden, dass eine effiziente Stadtstruktur entstehen kann.

Insgesamt erhalten zwanzig Maßnahmen der Innenentwicklung einen Zuschuss. Allen gemein ist dabei, dass auch die Bürgerinnen und Bürger in die Erarbeitung einbezogen werden. Das schafft Bewusstsein und Akzeptanz für einen effizienten Umgang mit dem Gut Fläche und für die Vorteile gut durchdachter Innenentwicklung. Staatssekretärin Lindlohr: „Innenentwicklung ist kein leichtes Unterfangen, das ist uns bewusst. Aber die Mühe lohnt sich.“

Das sind die geförderten Projekte

Gesamtsumme: 940.971,00 Euro

Hintergrund: „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“

Das Programm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ fördert nicht-investive Maßnahmen der Innenentwicklung. Mögliche Fördergegenstände sind innovative Konzepte und städtebauliche Entwürfe, Projekte zur Information und Bürgerbeteiligung sowie der Einsatz kommunaler Flächenmanagerinnen und Flächenmanager. Ziel ist es, bestehende Leerstände und innerörtliche Flächen – wie Baulücken, Brachflächen sowie Aufstockungs- und Nachverdichtungspotenziale – zu aktivieren. Gleichzeitig sollen Impulse gesetzt werden, um die Bestandsstruktur zu verbessern und die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Das Förderprogramm richtet sich an alle Städte, Gemeinden, Gemeindeverwaltungsverbände, Landkreise, Zweckverbände und die Träger der Regionalplanung in Baden-Württemberg.

Seit der Einführung des Programms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ im Jahr 2009 wurden über 470 Projekte mit rund 13,8 Millionen Euro gefördert. Seitdem 2016 die Förderung kommunaler Flächenmanager ins Programm aufgenommen wurde, konnten 36 Flächenmanagerinnen und Flächenmanager gefördert werden.

Weitere Meldungen

NBBW Planungswerkzeug
N!BBW

Termine der N!BBW-Workshops 2026

Junge Menschen vor der Staatsgalerie
Städtebauförderung

Nichtinvestive Städtebauförderung 2026 startet

Grünstreifen neben Parkplätzen
Flächenmanagement

Neue Prämien: Entsiegelung von Flächen und Flächenmanager

Baustelle, Blick von unten an einem roten Kran hoch
Wohnraumoffensive

Bau-Turbo: Land unterstützt die Kommunen

Kirche und Häuser aus Bauklötzen
Innovationspreis

Wie Kirchen Wohnraum schaffen: Preis für zehn Projekte

GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang
SAPOS

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Ministerin Nicole Razavi MdL mit Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, am Rande des Plenums
Baurecht

Ministerin Razavi: „Ein Gesetz für die Landesverteidigung“

Ministerin Nicole Razavi MdL
Bauberufsrecht

„Mit dieser Novelle verbessern wir das Architekten- und Ingenieurrecht.“

Bad Herrenberg
Städtebau

270,63 Millionen Euro für 319 Städtebaumaßnahmen

Von links: Michael Schopp (LGL), Amtschef des MLW Dr. Christian Schneider, LGL-Präsident Dieter Ziesel, Martina Ott (LGL) und Stephan Bludovsky (LGL) stellen die App "BW mobil" auf der CMT vor.
Geodaten

Mit amtlichen Karten mobil unterwegs: Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Zimmermann auf Dach
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Sonnenstube in Sexau
Städtebauförderung

Städtebaumaßnahme „Ortskern“ in Sexau erfolgreich abgeschlossen

Bauarbeiter kontrolliert Mauerwerk mit Wasserwaage
Strategiedialog

Clever Bauen BW: Land sucht und fördert Modellprojekte

Stahlträger
Wiederverwendung

Land fördert die Wiederverwendung von Bauteilen