SAPOS

Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® stark genutzt

Das Land hat den amtlichen Satellitenpositionierungsdienst SAPOS technologisch ausgebaut und für neue Nutzergruppen geöffnet.

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GNSS-Empfänger mit Sonnenaufgang

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts Open SAPOS steht der Dienst nun entgeltfrei, leistungsfähig und ausfallsicher für jedermann zur Verfügung – als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. Anlässlich des Projektabschlusses berichtete Ministerin Nicole Razavi MdL am Dienstag (10. Februar) im Landeskabinett: „Wir haben SAPOS technologisch ausgebaut und für neue Anwendungsfelder geöffnet. Damit stellen wir hochpräzise Echtzeitpositionierung als verlässliche Infrastruktur für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft entgeltfrei bereit.“ 

SAPOS liefert hochpräzise Positionsdaten im Zentimeterbereich in Echtzeit. Ursprünglich für Aufgaben der Landesvermessung entwickelt, bildet der Dienst heute die Basis für zahlreiche neue Anwendungen wie die exakte Steuerung landwirtschaftlicher Maschinen, digitale und automatisierte Baustellen, Smart-City-Anwendungen, Umweltbeobachtungen, die präzise Steuerung und Ortung von Drohnen, Schiffsnavigation sowie die Erfassung hochauflösender Geodaten für automatisierte und autonome Mobilität.

Umfangreiche technologisch Ertüchtigung

Um SAPOS dauerhaft leistungsfähig, sicher und für eine Vielzahl von Nutzern betreiben zu können, wurde der Dienst durch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) grundlegend ausgebaut. Zu den zentralen Maßnahmen zählen:

  • die Verdichtung und technische Erneuerung des Referenz- und Monitoringstationsnetzes für höhere Genauigkeit und Verlässlichkeit,
  • der redundante Ausbau der Datenkommunikation zur Steigerung von Ausfallsicherheit und Resilienz,
  • eine vollständige Modernisierung der IT-Infrastruktur, einschließlich Überführung in das Landesrechenzentrum,
  • der Ausbau der Sicherheitsarchitektur sowie
  • ein erweitertes Qualitäts- und Systemmonitoring, um Störungen frühzeitig zu erkennen und rasch zu beheben.

Diese Maßnahmen ermöglichen eine stabile, skalierbare und sichere Bereitstellung des Dienstes auch unter deutlich höherer Nutzerlast.

Nutzerzahlen sind deutlich gestiegen

Die Öffnung und technische Aufwertung von SAPOS hat zu einer sehr starken Nutzerresonanz geführt. Die Zahl der registrierten Nutzerkennungen in der Echtzeitpositionierung ist innerhalb weniger Jahre von rund 5.500 auf etwa 24.000 gestiegen. Während vor 2020 jährlich rund 400 neue Nutzer hinzukamen, werden aktuell mehr als 400 neue Nutzer pro Monat registriert. Besonders dynamisch entwickelt sich die Nutzung in der Landwirtschaft, der Bauwirtschaft sowie in Navigations- und Mobilitätsanwendungen.

„Die stark wachsenden Nutzerzahlen zeigen, dass wir mit Open SAPOS einen realen Bedarf getroffen haben“, betonte Ministerin Razavi. „Hochpräzise Positionsdaten sind eine wichtige Voraussetzung für Effizienz, Nachhaltigkeit und Innovation – vom ressourcenschonenden Einsatz moderner Landmaschinen bis zur digital gesteuerten Baustelle.“

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Nach Umsetzung des Auftrags aus dem Koalitionsvertrag wird SAPOS kontinuierlich weiterentwickelt. Im Fokus stehen der stabile Betrieb unter hoher Last, eine verlässliche Nutzerbetreuung sowie die fortlaufende Anpassung an technischen Fortschritt und steigende Sicherheitsanforderungen. Parallel arbeiten Bund und Länder an neuen Positionierungskonzepten, die perspektivisch auch eine massenmarktfähige Echtzeitpositionierung für das Autonome Fahren ermöglichen sollen.

Hintergrund: SAPOS

SAPOS ist der amtliche Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung zur hochpräzisen Positionsbestimmung. In Baden-Württemberg wird SAPOS seit 2004 vom LGL betrieben. Der Dienst ergänzt die Signale globaler Satellitennavigationssysteme wie GPS oder Galileo, um mittels amtlicher Korrekturdaten aus einem Netz von Referenzstationen eine Echtzeitpositionierung im Zentimeterbereich zu ermöglichen.

Ursprünglich für Zwecke der Vermessung konzipiert, wurde SAPOS im Rahmen des Projekts Open SAPOS umfassend modernisiert und für neue Anwendungsfelder geöffnet. Heute steht der Dienst entgeltfrei und ohne einschränkende Nutzungsbedingungen als leistungsfähige digitale Infrastruktur für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft zur Verfügung.

Unter folgendem Link können sich Nutzer für SAPOS registrieren: https://www.lgl-bw.de/Produkte/Satellitenpositionierungsdienst/

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