Von mittelalterlichen Burgruinen über die Heuneburg bis zu neu belebten historischen Häusern: Ministerin Theresa Schopper hat ihre Denkmalreise 2026 am 8. September im Regierungsbezirk Tübingen abgeschlossen. In Lichtenstein, Herbertingen-Hundersingen, Bad Saulgau und Kißlegg zeigte sich, wie Forschung, Ehrenamt und neue Nutzungen Denkmale erhalten. Die Reise stimmt auf den Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, ein.
Am Dienstag, 8. September, besuchte Ministerin Schopper vier Stationen im Regierungsbezirk Tübingen. Im Mittelpunkt standen Denkmale, die Menschen, Regionen und Generationen verbinden – und die starken Netzwerke, die sie erhalten. Die Denkmalreise 2026 und der Tag des offenen Denkmals stehen in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
Ministerin Schopper: „Wer Denkmale erhält, bewahrt nicht nur Geschichte. Er erhält wertvolle Bausubstanz, schont Ressourcen und übernimmt Verantwortung für die Zukunft. Das gelingt nur im Zusammenspiel vieler Menschen und unterschiedlicher Kompetenzen.“
Burgruinen Greifenstein: Verborgene Geschichte gemeinsam sichtbar machen
Die erste Station des vierten Tages führte zu den Burgruinen Ober- und Untergreifenstein im oberen Echaztal. Die heute nur noch in Teilen sichtbaren Anlagen zählen zu den bedeutenden Zeugnissen mittelalterlicher Herrschaftsgeschichte in der Region. Archäologische Untersuchungen lassen die Burgen wieder erlebbar werden und liefern neue Erkenntnisse über ihre Entstehung, Nutzung und Entwicklung. Besonders hervorzuheben ist dabei das enge Zusammenwirken von Denkmalpflege, Universität und regionalen Partnern, das die Geschichte der Anlagen Stück für Stück sichtbar macht.
„Mich beeindruckt besonders, dass archäologische Arbeit hier nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wird verborgene Geschichte wieder sichtbar. Das schafft Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und macht deutlich, dass wahre Werte nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind“, so Ministerin Schopper.
Heuneburg: Frühkeltische Netzwerke von Weltrang
Anschließend besichtigte die Ministerin die Heuneburg bei Herbertingen-Hundersingen. Sie zählt weltweit zu den bedeutendsten archäologischen Denkmalen und war eines der wichtigsten Macht-, Handels- und Kulturzentren der frühen Kelten. Als Teil eines herausragenden Netzwerks frühkeltischer Zentralorte zeigt sie, wie Menschen und Siedlungsräume schon damals verbunden waren. Die stadtartige Siedlung, monumentale Befestigungsanlagen, eindrucksvolle Grabhügel und außergewöhnliche Funde geben Einblicke in eine Gesellschaft, deren Einfluss weit über die Region hinausreichte. Als Kulturdenkmal von Weltrang befindet sich die Heuneburg im Eigentum des Landes und wird seit mehreren Jahren schrittweise weiterentwickelt. Mit dem neuen Besucherzentrum entsteht derzeit ein Ort, der die Geschichte und die besondere Bedeutung dieses einzigartigen Fundplatzes für Besucherinnen und Besucher anschaulich erlebbar machen wird.
„Die Heuneburg zeigt eindrucksvoll, wie weit die Netzwerke schon damals reichten. Die Lehmziegelarchitektur nördlich der Alpen, der erste Nachweis des Haushuhns und sogar Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum sind historische Zeugnisse. Sie erzählen von Waren, Wissen und kulturelle Einflüssen, die ihren Weg über große Entfernungen bis hierher fanden“, so Ministerin Schopper.
Moosheim: Historischer Gasthof wird inklusiver Treffpunkt
Die nächste Station führte nach Moosheim (Bad Saulgau) zum ehemaligen Gasthof zum Adler. Mit wenigen Eingriffen und großem denkmalpflegerischem Feingefühl wurde das historische Gebäude zu einem neuen sozialen Treffpunkt umgestaltet. Ferienwohnungen und ein inklusiver Cafébetrieb knüpfen an die frühere Funktion des Hauses als Ort der Begegnung an und führen diese in zeitgemäßer Form fort. Die Umnutzung zeigt eindrucksvoll, wie historische Gebäude ressourcenschonend erhalten und zugleich mit neuem Leben erfüllt werden können.
„Der Adler in Moosheim zeigt, dass Denkmale nicht nur bewahrt, sondern auch weitergedacht werden können. Wenn historische Gebäude neue Aufgaben übernehmen, bleiben sie lebendige Bestandteile unserer Städte und Gemeinden“, sagte Ministerin Schopper.
Kißlegg: Mit wenigen Eingriffen viel Geschichte bewahren
Letzte Station der Denkmalreise war das Haus Walser in Kißlegg. Das Färber- und Fassmalerhaus aus dem Jahr 1715 gehört zu den seltenen Gebäuden mit einer außergewöhnlich gut erhaltenen historischen Ausstattung und einem überlieferten Hausgarten. Die geplante Sanierung setzt bewusst auf behutsame Eingriffe und den weitgehenden Erhalt der authentischen Substanz. Getragen wird das Vorhaben von einem breiten Engagement aus Fachleuten und Ehrenamtlichen, die sich gemeinsam für die Zukunft dieses besonderen Kulturdenkmals einsetzen.
„Das Haus Walser zeigt, wie wichtig Netzwerke für den Erhalt unserer Denkmale sind. Hier arbeiten Fachleute, Ehrenamtliche und Gemeinde Hand in Hand, um mit möglichst wenigen Eingriffen möglichst viel Historisches zu erhalten“, so Ministerin Schopper.
Nacht und Tag des offenen Denkmals
Als Höhepunkt der Denkmalwoche findet der bundesweite Tag des offenen Denkmals 2026 am Sonntag, 13. September, 2026 mit vielen Aktionen im ganzen Land statt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Die landesweite Eröffnung startet mit der Nacht des offenen Denkmals. Diese wird – in Anwesenheit von Ministerin Schopper – in Rottweil gefeiert und zwar am Samstag, 12. September, ab 17 Uhr im Kapuziner.
Weiterführende Informationen zur Nacht und zum Tag des offenen Denkmals gibt es unter www.denkmalpflege-bw.de und www.tag-des-offenen-denkmals.de.
Denkmalreise 2026: vier Tage, viele Verbindungen
Im Rahmen der jährlichen Denkmalreise besucht die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, Theresa Schopper dieses Jahr 1. und 2. sowie 7. und 8. September ausgesuchte Kulturdenkmale im ganzen Land. Das gesamte Programm der Denkmalreise 2026 finden Sie hier.
Hinweis für die Redaktionen
Fotos der einzelnen Stationen stehen zeitnah nach den Terminen zum Download bereit unter https://mlw.baden-wuerttemberg.de/mediathek/



















