An vier Tagen (1., 2., sowie 7. und 8. September 2026) besucht sie zwölf Kulturdenkmale. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr Denkmale, die auf ganz unterschiedliche Weise vom Austausch zwischen Menschen und Regionen erzählen. Das Motto der Denkmalreise und des diesjährigen Tags des offenen Denkmals lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
„Unsere Denkmale schlagen Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sie verbinden Menschen, Regionen und Generationen und machen zugleich deutlich: Nachhaltigkeit beginnt mit dem Erhalt dessen, was bereits vorhanden ist“, sagt Ministerin Schopper. „Bei meiner ersten Denkmalreise möchte ich die Vielfalt unserer Kulturdenkmale kennenlernen und mit den Menschen sprechen, die sich für ihren Erhalt einsetzen. Denn die Denkmalpflege lebt von starken Netzwerken, großem Engagement und gemeinsamer Verantwortung.“
Die Reise führt die Ministerin an vier Tagen durch unterschiedliche Regionen des Landes: Am 1. September besucht Ministerin Schopper Ludwigsburg, Remshalden-Buoch und Sontheim an der Brenz. Am 2. September stehen Rastatt, Baden-Baden und Bad Wildbad auf dem Programm. Am 7. September setzt sie ihre Reise in Riegel am Kaiserstuhl und Schluchsee fort und nimmt in Rottweil an der Pressekonferenz zum Tag des offenen Denkmals teil. Am vierten Reisetag am 8. September macht die Ministerin Station in Lichtenstein, Herbertingen-Hundersingen, Moosheim und Kißlegg.
Das Programm der Denkmalreise
| 9.00 – 10.00 Uhr | Seeschloss Monrepos
Seeschloss, 71634 Ludwigsburg
| Schloss Monrepos ist ein bedeutender Bestandteil der barocken Residenzlandschaft in Ludwigsburg und verbindet Architektur, Gartenkunst und Kulturlandschaft auf besondere Weise. Die Station beleuchtet aktuelle Restaurierungs- und Forschungsprojekte sowie den engen Austausch von Denkmalpflege, Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nachhaltiger Nutzung und langfristiger Erhaltung dieses kulturhistorisch wertvollen Ensembles. |
| 11.25 – 12.55 Uhr | Hochmittelalterlicher Töpferort
Stuifenstraße 12, 73630 Remshalden-Buoch
| Die Station widmet sich dem mittelalterlichen Töpferzentrum von Remshalden-Buoch, das für seine „rotbemalte schwäbische Feinware“ bekannt war. Archäologische Untersuchungen und ehrenamtliches Engagement tragen gemeinsam dazu bei, die Geschichte dieser bedeutenden Keramikproduktion weiter zu erforschen. Besonders hervorgehoben wird das vielfältige Netzwerk aus Fachleuten, Heimatverein und interessierten Bürgerinnen und Bürgern. |
| 15.45 – 17.15 Uhr | Schloss Brenz und Galluskirche
Schloss 1, 89567 Sontheim an der Brenz
| Im Mittelpunkt stehen die laufenden Sanierungsarbeiten an Schloss Brenz und der benachbarten Galluskirche. Die Station vermittelt anschaulich die Herausforderungen komplexer denkmalpflegerischer Maßnahmen von statischen Problemen bis hin zu historischen Bauschäden. Zugleich wird die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit bei der Erhaltung bedeutender Kulturdenkmale sichtbar. |
| 10.00 – 11.30 Uhr | Osteologisches Archiv beim Zentralen Fundarchiv
Lützowerstraße 10, 76437 Rastatt
| Tierische und menschliche Knochen gehören zu den häufigsten Funden bei archäologischen Ausgrabungen. Ihre Analyse liefert der Forschung wichtige Informationen über Lebensbedingungen und wirtschaftliche Aspekte vergangener Zeiten. Da die Forschung fortlaufend neue Analysemethoden entwickelt, werden die Knochen – wie alle archäologischen Funde – als wertvolle Quellen aufbewahrt. So bleiben sie auch für zukünftige Forschungsfragen zugänglich. Zuständige Stelle für die Aufbewahrung der Knochenfunde ist das osteologische Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart (LAD) und für die weiteren archäologischen Funde das Zentrale Fundarchiv des Archäologischen Landesmuseums. Beide Archive befinden sich in einem gemeinsamen Gebäude in Rastatt. |
| 13.15 – 14.45 Uhr | Villa Dikte
Stadelhoferstraße 8, 76530 Baden-Baden
| Die denkmalgeschützte Villa von 1903 wird von einer jungen Familie mit großem persönlichem Einsatz restauriert und behutsam instandgesetzt. Zahlreiche originale Ausstattungsdetails – von Stuckdecken bis zur Marmorbadewanne – sind erhalten geblieben und vermitteln den Charakter der historischen Baden-Badener Villenkultur. Die Station zeigt, wie auch privates Engagement dazu beiträgt, Denkmalpflege mit Leben zu füllen. |
| 15.55 – 17.25 Uhr | Königlich Württembergischer Bahnhof und Waschhaus Bad Wildbad
König-Karl-Straße 101 und 101-1, 75323 Bad Wildbad
| Der historische Bahnhof von Bad Wildbad wurde durch private Initiative umfassend saniert und mit neuen Nutzungen belebt. Das repräsentative Ensemble aus Empfangsgebäude und Waschhaus erinnert an die Blütezeit des Kurortes und an die Bedeutung der Eisenbahn für Tourismus und Infrastruktur im Enztal. Besonders eindrucksvoll sind die reich gestalteten gusseisernen und stuckierten Ausstattungselemente des Bahnhofs. |
| 10.30 – 12.00 Uhr | Riegel vor den Römern
Gewerbestraße, 48°09'29.4"N 7°44'49.3"E, 79359 Riegel am Kaiserstuhl
| Die archäologische Grabung widmet sich einem frühkeltischen Grabgarten aus dem 4. bis 2. Jahrhundert vor Christus. Ziel des deutsch-französischen Projekts ist es, neue Erkenntnisse über soziale und politische Netzwerke der frühen Kelten zu gewinnen. Das außergewöhnliche Grabmonument zählt zu den wenigen bekannten Anlagen dieser Art im Oberrheingebiet und bietet spannende Einblicke in aktuelle grenzüberschreitende Forschungsarbeit. |
| 14.10 – 15.40 Uhr | Schluchseewerk
An der Staumauer, 79859 Schluchsee
Achtung: Für die Station Schluchseewerk sind festes Schuhwerk und warme Kleidung erforderlich! | Die historische Pumpspeicheranlage der Schluchseegruppe zählt bis heute zu den bedeutenden Energieinfrastrukturen. Die zwischen 1929 und 1953 entstandenen Kraftwerke dokumentieren eindrucksvoll die Architektur-, Technik- sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Energieversorgung. Gleichzeitig zeigt die Station, wie denkmalgeschützte technische Großanlagen modernisiert und weiterhin betrieben werden können. |
| 9.45 – 10.15 Uhr | Burgruinen Ober- und Untergreifenstein
Wanderparkplatz Burgruine Greifenstein, 72805 Lichtenstein
| Die Burgen Ober- und Untergreifenstein sind wichtige Zeugnisse mittelalterlicher Herrschaftsstrukturen im oberen Echaztal. Archäologische Forschungen machen heute kaum noch sichtbare Burganlagen wieder erfahrbar und vermitteln neue Erkenntnisse über Aufbau, Nutzung und Geschichte der Anlagen. Hervorzuheben ist die beispielhafte Zusammenarbeit von Denkmalpflege, Universität sowie regionalen Partnerinnen und Partnern. | |
| 11.40 – 13.10 Uhr | Heuneburg
Heuneburg 1-2, 88518 Herbertingen-Hundersingen
| Die Heuneburg zählt weltweit zu den bedeutendsten archäologischen Denkmalen. Sie war eines der wichtigsten Macht-, Handels- und Kulturzentren der frühen Kelten. Eine stadtartige Siedlungsstruktur, monumentale Befestigungsanlagen, beeindruckende Grabhügel und außergewöhnliche Funde geben Einblicke in das Leben und die weitreichenden Netzwerke der frühkeltischen Elite. Das archäologische Kulturdenkmal von Weltrang ist in Landeseigentum und wird seit mehreren Jahren in Wert gesetzt. Momentan entsteht unter anderem ein neues Besucherzentrum, das die Geschichte dieses einzigartigen Fundplatzes und die Bedeutung der Heuneburg anschaulich erlebbar macht. | |
| 14.15 – 15.15 Uhr | Gasthof zum Adler
Kirchstraße 41, 88348 Moosheim (Bad Saulgau)
| Das ehemalige Gasthaus Adler in Moosheim wurde mit minimalen Eingriffen und großem denkmalpflegerischem Feingefühl zu einem neuen sozialen Treffpunkt umgestaltet. Ferienwohnungen und ein inklusiver Cafébetrieb knüpfen an die historische Funktion des Hauses als Ort der Begegnung an. Die Station zeigt, wie kreative und ressourcenschonende Umnutzung historischen Gebäuden neues Leben verleihen kann. | |
| 16.10 – 17.10 Uhr | Haus Walser
Kirchmoosstraße 12, 88353 Kißlegg
| Das Färber- und Fassmalerhaus Walser von 1715 gehört zu den seltenen Gebäuden mit weitgehend original erhaltener Ausstattung und historischem Hausgarten. Die geplante, weitgehend nutzungsneutrale Sanierung setzt bewusst auf behutsame Eingriffe und breite Unterstützung durch Fachleute und Ehrenamtliche. Im Fokus stehen der authentische Erhalt und das gemeinsame Engagement für ein außergewöhnliches Kulturdenkmal. |
Von der Heuneburg bis zum Schluchseewerk
Zu den Stationen gehören unter anderem die Heuneburg als frühkeltisches Macht- und Handelszentrum, der Königlich Württembergische Bahnhof in Bad Wildbad als historischer Knotenpunkt für Menschen und Waren, das Schluchseewerk als eindrucksvolles Zeugnis technischer Infrastruktur sowie der Gasthof zum Adler in Moosheim als traditionsreicher Ort der Zusammenkunft.
„Die Orte, die ich auf meiner ersten Denkmalreise besuche, könnten unterschiedlicher kaum sein. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie zeigen, wie Denkmale seit Jahrhunderten Begegnungen ermöglichen, Entwicklungen prägen und Netzwerke hervorbringen. Diese Vielfalt macht für mich den besonderen Reiz der Denkmalpflege aus“, sagt Ministerin Schopper.
Mit der jährlichen Denkmalreise rückt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen als oberste Denkmalschutzbehörde des Landes das kulturelle Erbe Baden-Württembergs in den Fokus der Öffentlichkeit.
Nacht und Tag des offenen Denkmals
Als Höhepunkt der Denkmalreise findet am Sonntag, 13. September, der bundesweite Tag des offenen Denkmals 2026 mit vielen Aktionen im ganzen Land statt. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
Die landesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals findet am Vorabend mit der Nacht des offenen Denkmals in Rottweil statt. Ministerin Theresa Schopper wird die Nacht des offenen Denkmals am Samstag, 12. September, ab 17 Uhr im Sonnensaal des Kapuziners in Rottweil gemeinsam Oberbürgermeister Dr. Christian Ruf und Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, eröffnen.
Hinweis an die Redaktionen
Das Programm der Denkmalreise ist presseöffentlich. Vor Ort stehen Ministerin Schopper sowie weitere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Landesdenkmalpflege für Fragen zur Verfügung. Aus organisatorischen Gründen werden Medienvertreterinnen und -vertreter gebeten, sich für die einzelnen Programmpunkte unter pressestelle@mlw.bwl.de anzumelden.

















