Drei Städte in Baden-Württemberg erhalten Fördermittel aus der nichtinvestiven Städtebauförderung – insgesamt 212.000 Euro. Dies gab Ministerin Nicole Razavi MdL heute in Stuttgart bekannt. Gefördert werden Projekte in Alpirsbach, Heilbronn und Pforzheim. „Mit der nichtinvestiven Städtebauförderung unterstützen wir Projekte, die den sozialen Zusammenhalt stärken, die Nutzungsvielfalt in den Quartieren erhöhen und die Generationengerechtigkeit und Integration verbessern. So wird die städtebauliche Erneuerung mit Leben gefüllt – und die Maßnahmen können nachhaltig Früchte tragen. Noch bis zum 20. November können Kommunen ihre Anträge für 2026 stellen.“
Das sind die geförderten Projekte:
Die Stadt Pforzheim beabsichtigt, im Erneuerungsgebiet „Dillweißenstein“ ein Quartiersmanagement einzurichten, um die Sozialstruktur im Stadtteil zu stabilisieren und die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Stadtteil zu erhöhen. Sie möchte dafür auch ein Quartiersbüro als niedrigschwellige Anlaufstelle einrichten. Außerdem soll der Verfügungsfonds gestärkt werden. Dadurch können Mikroprojekte aus der Mitte der Bürgerschaft sowie von verschiedenen Trägern und Vereinen finanziell unterstützt werden, was auch der Einbindung der Bürgerschaft dient. Das Land hat der Stadt Pforzheim für das Quartiersmanagement und den Verfügungsfonds insgesamt 100.000 Euro bewilligt.
Der Stadt Heilbronn hat das Land ebenfalls 100.00 Euro zur Verfügung gestellt – zur Durchführung des Gründerwettbewerbs 2.0 im Rahmen der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Innenstadt Heilbronn“. Der Gründerwettbewerb 2.0 soll den im Jahr 2024 durchgeführten ersten Gründerwettbewerb weiterentwickeln und an seine Erfolge anknüpfen. Die Stadt Heilbronn möchte dadurch gezielt einen Anreiz schaffen und die Ansiedlung von innovativen Konzepten aus den Bereichen Einzelhandel, Gastronomie, Handwerk, Kreativwirtschaft, Soziales oder Dienstleistung in ihrer Innenstadt fördern, um die Attraktivität und das Angebot in der Innenstadt zu stärken.
Den Verfügungsfonds der Stadt Alpirsbach für die städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „Marktplatz/Freudenstädter Straße“ unterstützt das Land mit 12.000 Euro. Mit den Mitteln aus dem Verfügungsfonds möchte die Stadt Alpirsbach das Quartier beleben, die Bewohnerinnen und Bewohner beteiligen, ehrenamtliches Engagement mobilisieren und die Identifikation mit dem Quartier erhöhen. Vorgesehen sind neue Veranstaltungsformate, die aus der Bevölkerung heraus bedarfsgerecht und zielorientiert konzipiert werden.
Hintergrund: Nichtinvestive Städtebauförderung
Das Miteinander von Menschen verschiedener Generationen und Kulturen in einem Quartier zu stärken, ehrenamtliches Engagement zu mobilisieren, einen Stadtteil lebendig zu gestalten und dadurch die Erfolge der baulich-investiven Städtebauförderung zu verstetigen – dies sind die Ziele des Programms. Zuwendungsempfänger sind die Städte und Gemeinden. Sie können die Fördermittel unter anderem zur Deckung der Personal- und Sachkosten eines Quartiersmanagements oder für einen Verfügungsfonds verwenden, bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner selbst über den Einsatz entscheiden. Die Mittel werden für eine Projektlaufzeit von fünf Jahren bewilligt. Damit haben die Kommunen und Initiativen Planungssicherheit. Gefördert werden können zum Beispiel Maßnahmen zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen, zur Teilhabe von älteren Menschen am Leben im Quartier, zur Mobilisierung ehrenamtlichen Engagements, zur bedarfsgerechten Nahversorgung.
Insgesamt steht in diesem Jahr eine Million Euro für die nichtinvestive Städtebauförderung bereit. Die Kommunen können bis zum 20. November 2026 fortlaufend Anträge bei den Regierungspräsidien einreichen.
In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt 85 Städte und Gemeinden im Land mit insgesamt rund 10,5 Millionen Euro gefördert. Die Erfolge von 135 investiven Sanierungsmaßnahmen wurden damit maßgeblich unterstützt und verstetigt.


