Landesentwicklung

Raumordnung, Landes- und Regionalplanung in Baden-Württemberg – ein Erfolgsmodell wird 50!

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerin Nicole Razavi bei der Feier Raumordnung, Landes- und Regionalplanung in Baden-Württemberg - Ein Erfolgsmodell wird 50!

In diesem Jahr werden die Regionalverbände in Baden-Württemberg 50 Jahre alt. Grund genug, im Rahmen einer Feierstunde einen Blick auf die Geschichte, die Zukunft und die wichtigsten Instrumente der Raumordnung, der Landes- und Regionalplanung des Landes Baden-Württemberg zu werfen. 

50 Jahre ist es her, dass im Zuge der großen Verwaltungsreform 1973 die Regionalverbände Baden-Württembergs gegründet wurden. Seitdem gestalten diese als Bindeglied zwischen Land und Kommunen mit ihrem fachübergreifenden Blick die räumliche Entwicklung in Baden-Württemberg mit. Was die Landes- und Regionalplanung in den vergangenen fünf Jahrzehnten bewirken konnte und wie bedeutsam diese auch für die nächsten 50 Jahre sein wird, machte die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württemberg am 10. November 2023 in die Sparkassenakademie Baden-Württemberg in Stuttgart im Rahmen der 50-Jahre-Jubiläumsfeier deutlich.

Kretschmann und Razavi gratulieren

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte in seiner Rede: „Alle zwölf Regionalverbände in Baden-Württemberg sind enorm wichtig für die wirtschaftliche, soziale und infrastrukturelle Entwicklung des Landes. Dass sie sich als echtes Erfolgsmodell bewährt haben und dabei eine Schlüsselrolle im Zusammenspiel der Landes- und Kommunalplanung einnehmen, haben sie zuletzt unter anderem mit ihrem großen Engagement in der Task Force Erneuerbare Energien eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade jetzt, wo uns die ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft vor große Aufgaben stellt, können die Regionalverbände in erheblichem Maße dazu beitragen, den Wohlstand unseres Landes zu sichern.“

Nicole Razavi MdL, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, betonte die Bedeutung des neuen Landesentwicklungsplans: „Die Rolle der Raumordnung ist in Zeiten vielfältiger Krisen und rasanter gesellschaftlicher Veränderungen wichtiger denn je. Die wachsenden Ansprüche an die Nutzung des Raums müssen klug miteinander in Ausgleich gebracht und dabei Megatrends wie die Digitalisierung, die demographische Entwicklung, der wachsende Bedarf an Wohnraum oder der Klimawandel mitgedacht werden. Mit dem neuen Landesentwicklungsplan haben wir die Chance, hierfür zeitgemäße Antworten zu geben, um Lebensqualität und Wohlstand in ganz Baden-Württemberg zu sichern – getreu dem Motto: „Entwicklung ermöglichen, Risiken minimieren.“

Zur Rolle der Regionen und der Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit – bisher und auch in Zukunft – sagte Thomas S. Bopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände in Baden-Württemberg.

„Die Regionen des Landes tragen seit 50 Jahren mit Kompetenz, Ortskunde und politischem Augenmaß zur erfolgreichen Entwicklung des Landes bei. Die vor uns liegenden Herausforderungen – Klima- und Ressourcenschutz, Anpassung an den Klimawandel, Mobilitätswende und Begleitung des Strukturwandels und demografischer Umbrüche – können nur durch starke regionale Zusammenarbeit bewältigt werden. Gerne sind wir auch in Zukunft bereit, durch die Umsetzung passgenauer regionaler Strategien das uns mögliche beizutragen - im Interesse eines nachhaltigen, resilienten und vor allem lebenswerten Baden-Württembergs.“

Landes- und Regionalplanung in Baden-Württemberg

Im Mittelpunkt der Landes- und Regionalplanung stehen Themen, die alle bewegen: Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Die Regionalverbände haben dabei in den vergangenen 50 Jahren die Entwicklungsvorstellungen der Landesplanung für ihre Regionen übersetzt und konkretisiert. Seit Jahrzehnten übernehmen sie erfolgreich Aufgaben in den Bereichen nachhaltige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, Freiraumschutz und Ausbau raumrelevanter Infrastrukturen, wie aktuell der Ausweisung von Standorten für erneuerbare Energien. Sie sind Brückenbauer und Problemlöser und werden auch in Zukunft Ansprechpartner und Berater sein. Die Regionalverbände setzen sich dafür ein, ein lebenswertes Wohnumfeld für alle Menschen zu schaffen. Dabei kommt es sowohl auf die städtebauliche Qualität, den Erhalt lebendiger Innenstädte und Ortsmitten, als auch auf Fragen des Klimaschutzes oder der Energieversorgung an. Sie sind Bindeglied zwischen Kommunen, Fachverwaltungen, der Bürgerschaft, Verbänden und Unternehmen. Die Arbeit der Regionalverbände betrifft die Einwohner Baden-Württembergs auch direkt. Zum Beispiel bei der Entwicklung von Innenstädten lenken verbindliche Vorgaben den Einzelhandel auf geeignete Standorte und sichern den Erhalt der wohnortnahen sowie zentralen Versorgung insgesamt. Auch setzen sie sich für den Ausbau und die Sicherung des Schienenverkehrs in ganz Baden-Württemberg mit ein. Die Regionalverbände sichern nachhaltig Freiraum, so dass die prägende Kulturlandschaft und damit auch ein Teil der besonderen Lebensqualität Baden-Württembergs erhalten bleibt. Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Interessen und wägen diese gegeneinander ab, etwa den Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen einerseits und den Natur- und Artenschutz andererseits. Aufgabe der Freiraumsicherung ist es, die Attraktivität der Lebens- und Erholungsräume der Menschen ebenso zu sichern, wie die Natur zu schützen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württembergs

Die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände vertritt die Interessen der kommunalverfassten Regionalverbände in Baden-Württemberg. Sie wird getragen von den 12 Trägern der Regionalplanung in Baden-Württemberg und ist Ansprechpartner bei landesweit bedeutsamen Fragen zur Regionalplanung und Regionalentwicklung. Seit kurzem haben Interessierte die Möglichkeit, sich über einen gemeinsamen Internetauftritt der Regionalverbände Baden-Württembergs über deren Arbeit zu informieren.

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württembergs

Weitere Meldungen

Baustelle in der Stadt
Flächenmanagement

Flächen gewinnen durch Innenentwicklung: Ausschreibung für neue Förderrunde startet

Zwei Schwestern in einer Nestschaukel auf dem Spielplatz
Städtebau

Nichtinvestive Städtebauförderung (NIS) 2025 startet

Ministerialdirektor Dr. Christian Schneider (4.v.l.) verabschiedet die Regierungsbaumeisterinnen und -baumeister des Prüfungsjahrgangs 2025 und begrüßte die neuen Städtebaureferendarinnen und -referendare: (v.l.) Daniel Hauth, Conrad Scheid, Vildan Ük, Sarah Hettich, Alina Raff, Hüseyin Karadag, Jonas Krell, Till D’Aubert, Sarah Czasny und Theresa Zorn.
Städtebau

Regierungsbaumeister nach erfolgreichem Prüfungsabschluss verabschiedet

Matschbereich des mithilfe von Landes-SIQ-Mitteln umgebauten und erweiteten Kindergartens in Wyhl am Kaiserstuhl
Städtebau

Landes-SIQ: Jetzt Anträge stellen

Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur am 7. April

Bad Mergentheim, Karlsbad 25, Wandelhalle
Denkmalpflege

Rund 6,6 Millionen Euro für 56 Kulturdenkmale

Spitzengespräch zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei Fragen der Raumplanung mit Vertretern aus Baden-Württemberg, Frankreich und der Schweiz in Rheinfelden.
Raumplanung

„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken“

Lehmbau
Lehmbau

Innovationspreis Lehmbau: Jetzt bewerben

Bauarbeiter verteilt Mörtel mit einer Maurerkelle auf Ziegelsteinen, um eine Wand zu bauen
Baurecht

„Eine gute Nachricht für alle Bauwilligen“

Luftbild der Stadt Oberriexingen mit Bahnstrecke
Baurecht

Schneller planen

Glücksteinquartier in Mannheim
Flächenmanagement

Flächenrecyclingpreis 2025 für Mannheim und Wangen

Nahaufnahme Bodenplatte aus Beton wird gegossen
Baurecht

Neue Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen 2025

Panorama der Stadt Ulm
Digitalisierung

Virtuelles Bauamt: Ulm ist landesweit ganz vorne dabei

Neubau von Wohnungen
Soziale Wohnraumförderung

3.000 neue Sozialwohnungen – Bestand wächst weiter

Ministerin Nicole Razavi MdL
Baurecht

„Eine echte ‚Umbau‘-Ordnung.“