Landesentwicklung

Geobasisdaten im Feuerwehr-Einsatz

Zwei Feuerwehrleute stehen vor einem Feuerwehrauto

Es klingt so einfach: Wenn es brennt, dann rückt die Feuerwehr aus und löscht. In der Realität sind die Herausforderungen eines Einsatzes an die Feuerwehren allerdings wesentlich komplexer und erfordern eine ausgeklügelte Planung und Koordinierung.

Insbesondere bei Großeinsätzen oder Katastrophenfällen - wie beispielsweise bei den Starkregenereignissen im Sommer - kommen unter anderem auch Geobasisdaten des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) zum Einsatz. Denn digitale Landkartendaten, digitale Luftaufnahmen und weitere Zusatzinformationen sind für die Feuerwehren inzwischen unentbehrlich.

„Zuverlässige, amtliche Geobasisdaten sind wichtiger denn je.“

„Ohne die digitalen Daten vom LGL könnten wir bei den Einsätzen den vielfältigen Fragestellungen nicht schnell genug begegnen. Mit diesen Daten sind wir in der Lage das zu tun was wir sollen – nämlich rechtzeitig entscheiden und damit Menschen retten“, betonte Harald Herrmann der Kommandant der Feuerwehr Reutlingen bei einem Austausch zwischen dem LGL und der mobilen Führungsunterstützung der Feuerwehren (MoFüSt); einer speziellen Führungseinheit der baden-württembergischen Berufsfeuerwehren und der Feuerwehr Ulm, die die Einsatzleitungen bei Großschadenereignissen unterstützt. LGL-Präsident Robert Jakob ergänzte: „Gerade im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels wie Überschwemmungen, aber auch im täglichen Einsatz sind zuverlässige, amtliche Geobasisdaten wichtiger denn je.“

Daten werden speziell für die Feuerwehr aufbereitet

Obwohl Apps mit Landkarten inzwischen auf nahezu jedem Smartphone zu finden sind, sollten sich die Einsatzkräfte nicht ausschließlich auf diese Daten im Ernstfall verlassen. Denn diese Karten genügen den Anforderungen für entsprechende Einsätze meist nicht vollumfänglich. Die amtlichen Daten der Vermessungsverwaltungen sind hier besser geeignet. Denn die Daten werden speziell für die Anforderungen der Feuerwehr aufbereitet und mit intelligenten Software-Systemen bei der Feuerwehr kombiniert, die die Daten den Leitstellen und den örtlichen Führungseinheiten bereitstellen - selbst wenn das Internet einmal nicht zur Verfügung steht.

Weil Vermessung in Deutschland eine Aufgabe der Länder ist, sind die Vermessungsdaten über das ganze Landesgebiet einheitlich erfasst und werden ständig aktualisiert. In Baden-Württemberg übernimmt diese Aufgabe des LGL, welches die Feuerwehr-Daten speziell für die Softwarelösungen der Gefahrenabwehr anbietet.

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) ist die obere Vermessungs-, Flurbereinigungs- und Siedlungsbehörde in Baden-Württemberg und untersteht damit der Fachaufsicht des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg. Das LGL hat zudem als obere Landesbehörde die Fachaufsicht über die unteren Vermessungsbehörden, den Landratsämtern und Städten, die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (ÖbVI) sowie die unteren Flurbereinigungsbehörden im Land. Das LGL ist als obere Landesbehörde für die Aufgaben der Landesvermessung zuständig. Dazu gehören die landesweit einheitliche Grundlagenvermessung, die topographische Landesaufnahme und die Kartographie.

Porträt von Ministerin Nicole Razavi

Nicole Razavi

Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen

Zur Biografie
// //