Innovationspreis

Innovationspreis „Kirche und bezahlbares Wohnen“

Mit dem neuen Innovationspreis „Kirche und bezahlbares Wohnen“ würdigt das Ministerium beispielgebende kirchliche Projekte und Initiativen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Kirche und Häuser aus Bauklötzen

Mit einem neuen Innovationspreis „Kirche und bezahlbares Wohnen“ zeichnet das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) erstmals beispielgebende kirchliche Projekte und Initiativen aus, die auf innovative Weise zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beitragen. Ziel ist es, besonders modellhafte Projekte sowie gute Ideen sichtbar zu machen und so die Kirchen und Kommunen landesweit dabei zu unterstützen, die kirchlichen Ressourcen für die Wohnraumversorgung nutzbar zu machen.

Die Idee für den Preis ist im Rahmen des Strategiedialogs „Bezahlbares Wohnen und innovatives Bauen“ des Landes Baden-Württemberg entstanden. Dort entwickeln Vertreter der Kirchen sowie des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen gemeinsam in einer Arbeitsgruppe Ideen, um kirchliche Ressourcen für die Wohnraumversorgung nutzbar zu machen. Schätzungen zufolge werden in Baden-Württemberg in den kommenden 10 bis 15 Jahren rund 5000 kirchliche Immobilien und Liegenschaften frei. Ein strategischer und partnerschaftlicher Umgang mit diesen Ressourcen kann einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung kirchlicher und gesellschaftlicher Zusammenarbeit leisten.

Der Preis war im August 2025 ausgeschrieben worden, die Bewerbungsfrist endete am 12. Oktober. Teilnehmen konnten Kirchengemeinden, kirchliche Träger, Initiativen, Planerinnen und Planer, Vertreterinnen und Vertreter der Bauwirtschaft und des Handwerks sowie alle, die an Projekten entsprechend dieser Zielsetzung beteiligt waren.

Eine unabhängige zehnköpfige Fachjury hat die Projekte anhand verschiedener Kriterien bewertet, darunter der Beitrag zum bezahlbaren Wohnen, der kirchliche Beitrag, Nachhaltigkeit, soziale Wirkung sowie Übertragbarkeit. Dabei wurde von der Jury ausdrücklich gewürdigt, dass sämtliche Einreichungen einen wertvollen Beitrag leisten und wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Wohnraumentwicklung geben. 

Aus den Bewerbungen wurden schließlich zehn Projekte ausgewählt, die in besonderer Weise beispielhaft wirken und anderen Akteuren Orientierung geben können. Jedes der zehn Projekte erhält 5.000 Euro.

Die ausgezeichneten Projekte:

Realisierte Projekte

  • „Vom Pfarrhaus zur integrativen WG“ (Esslingen-Berkheim): Ein ehemaliges Pfarrhaus wurde zu bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende umgebaut und verbindet Wohnen mit sozialer Begleitung.
  • „Ein lebenswertes Zuhause, Diakonisches Zentrum Christuskirche“ (Reutlingen): Geförderte Wohnungen werden hier mit Pflegeangeboten und quartiersbezogener Infrastruktur verknüpft - ein Beispiel gelungener Kooperation zwischen Kirche und Kommune.
  • „Klosternahes Wohnen, Kloster Reute“ (Bad Waldsee): Leerstehende Flächen eines Klosters werden in gemeinschaftliche Wohnungen umgewandelt und zeigen, wie historische Bestände nachhaltig genutzt werden können.
  • „Campus St. Alban“ (Freiburg): Durch den Umbau eines Studierendenwohnheims entsteht ein inklusiver und nachhaltiger Wohncampus für unterschiedliche Lebenslagen.

Konzepte

  • „Offenes Haus Birkach“ (Stuttgart): Eine ehemalige kirchliche Bildungsstätte soll zu einem Quartiershaus mit Wohnen, Kultur und Gemeinwesensfunktionen weiterentwickelt werden.
  • „Haigstkirche – Macht hoch die Türen!“ (Stuttgart): Das Konzept demonstriert, wie Sakralräume sensibel umgenutzt und um Wohnangebote ergänzt werden können.

Initiativen

  • „geNuWo“ (Ludwigsburg/Sachsenheim): Vermittelt freie Zimmer in privaten Haushalten an Wohnungssuchende und stärkt damit gemeinschaftliche Wohnformen.
  • „Wohnen für Hilfe“ (Ulm/Alb-Donau-Kreis): Verbindet Wohnraum mit gegenseitiger Unterstützung im Alltag und fördert generationenübergreifende Solidarität.
  • „HEREIN – Kirchliche Wohnraumoffensive Oberschwaben“: Aktiviert leerstehende Wohnungen durch ein Zwischenmietmodell mit sozialer Begleitung.
  • „TürÖffner“ (Region Ludwigsburg/Rems-Murr/Enzkreis): Identifiziert Leerstände und vermittelt sie in enger Zusammenarbeit mit Kommunen an Menschen in Wohnungsnot.

Anerkennungen

Darüber hinaus bekommen zwei landesweit wirkende Akteure eine Anerkennung für ihr großformatiges Engagement: das Siedlungswerk Baden e. V. sowie die Stiftung Schönau. Beide leisten bereits heute einen strukturell bedeutenden Beitrag zur Entwicklung kirchlicher Liegenschaften für Wohnzwecke und haben eine wichtige Vorbildfunktion für andere Akteure auf dem Wohnungsmarkt. 

Stärkere Vernetzung geplant

Noch in diesem Jahr ist eine landesweite Vernetzungsveranstaltung geplant. Dort sollen alle eingereichten Projekte präsentiert werden, um den fachlichen Austausch zu fördern, neue Kooperationen anzustoßen und die gewonnenen Erkenntnisse in die Fläche zu tragen.